Sonne, ein leises Meeresrauschen in der Ferne und ein unglaublicher Kräuterduft liegt in der Luft. Als erstes begrüßt uns das violett farbige Thymbra-Bohnenkraut (Satureja thymbra). Es wächst sehr üppig an vielen Orten auf der Insel.

Als die Eisheiligen Mitte Mai in Deutschland einzogen, habe ich meine Koffer gepackt: Mit meinen Gästen ging es auf Kräuterurlaubsreise in die nördlichen Sporaden in Griechenland. Im folgenden Blogbeitrag halte ich einige meine Eindrücke fest.

Griechenland ist ein großartiges Ziel für Kräuterreisen: Es gehört zu den florareichsten Ländern unserer Erde – und das, obwohl die Böden steinig und karg sind. Die Kraft der Sonne und das Meeresklima verleihen den Pflanzen ein intensives Aroma. Schon viele Jahre fahre ich mit meiner Reisegruppe auf die griechische Insel Alonissos.

2,5 Stunden dauert die Überfahrt mit der Fähre von Skiathos nach Alonissos. Am Hafen angekommen werden wir freudig begrüßt von unserem Gastgeber. Jetzt sind alle gespannt auf die mediterrane Pflanzenvielfalt, die uns erwartet.

Als erstes begrüßt uns das Thymbra-Bohnenkraut (Satureja thymbra). Es wächst sehr üppig an vielen Orten auf der Insel. Es wirkt antibakteriell und wird in Griechenland gerne als Teeaufguß bei Erkältungen getrunken. Ich gebe das Kraut auch gerne auf die Pizza oder in Nudelgerichte.

Echte Myrthe

Die Echte Myrthe (Myrthus communis) galt in vielen Kulturen als heilig und war ein Symbol von Reinheit, Anmut und Liebe. Aus den kleinen weißen Blüten und den Blättern wird ein ätherisches Öl gewonnen, welches in der Sterbebegleitung eingesetzt werden kann. Der zarte Duft erleichtert den Sterbenden, loszulassen und leichter in die Anderswelt hinüber zu gleiten. Ein Tee aus den Blättern zubereitet ist auch wohltuend als Inhalation bei Kieferhöhlenentzündungen und Bronchitis. Aus den blauschwarzen Beeren des Strauches wird im Herbst gerne ein herrlich schmeckender Likör zubereitet.

Wilde Malve (Malva sylvestris) (linkes Bild). Ein Tee aus dieser aufrecht wuchernden Pflanze mit ihren rosa-violetten Blüten vertreibt Halsschmerzen und Husten. Die Blüten im Wildkräutersalat sind eine wahre Delikatesse.

An einer Felsküste finden wir den Meerfenchel (Crithmum maritimun). Er ist nicht mit dem echten Fenchel verwandt, aber die Ähnlichkeit seiner Blätter gab ihm seinen Namen. Die Blätter enthalten außerordentlich viel Vitamin C. Frisch gegessen oder kurz in Wein oder Wasser gekocht, ist er am wirksamsten bzw. am schmackhaftesten: Medizin und Gaumenschmaus in einem!

Ackersenf

Den Ackersenf (Sinapis arvensis) mit seinen kleinen zitronengelben Blüten entdecken wir überall. Seine Blätter werden im zeitigen Frühjahr sehr gerne als Wildgemüse gegessen und seine schmackhaften Samen verfeinern Salatgerichte und sind verdauungsfördernd.

Ich bin dankbar für die viele Pflanzen, die uns auf dieser Frühlingsreise begegnet sind. Alonissos, du traumhaft abgelegene Insel – ich besuche dich bestimmt bald wieder!

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Herzlichst Ihre

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